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Was ist der Unterschied zwischen Unterstützung und Wählen?

 

 

Michael Winkler, Dresden, 27.04.2008


 

Die meisten werden zwischen Unterstützung einer OB-Kandidatur und dem eigentlichen Abstimmungsverhalten am 8. Juni 2008 kaum eine Unterscheidung machen. Folgende Gedankengänge nehme ich immer wieder in ähnlicher Weise wahr:

- Wenn ich jemand unterstütze, "muss" ich ihn dann vielleicht auch wählen, doch eigentlich will ich ja lieber ...

- Wenn ich einen Unabhängigen wähle, dann fehlt meine Stimme bei KandidatIn X, Y, Z ...

- Du hast doch sowieso keine Chance, warum sollte ich ...

 

Das alles sind nachvollziehbare Gedanken, doch sie gehen am eigentlichen Anliegen der Sache, welche ich vertrete, vorbei ...

 

Wer mich (bis spätestens 12. Mai 2008, am besten bis 8. Mai, da der 9. Mai ein kurzer Freitag im Bürgerbüro des Dresdner Rathauses ist und der 12. Mai Pfingstmontag - da werden wahrscheinlich die wenigstens ins Rathaus gehen ... oder vielleicht doch?) unterstützen möchte, verpflichtet sich damit keineswegs zum "Winkler-Wählen" am eigentlichen Wahltag, dem 8. Juni 2008.

Ich bin zum einen recht realistisch, was meine Chancen betrifft, Oberbürgermeister von Dresden zu werden. Ich nenne es mal das "1-3-5"-Prinzip. 1% wäre realistisch (das entspricht schätzungsweise 2000 Stimmen), 3% idealistisch und 5% sind m.E. utopisch. Alles was darüber hinaus geht, wäre für mich "jenseits von Gut und Böse" oder drücke ich es mal etwas weniger dramatisch aus: es wäre von einem anderen Stern.

 

Ich bin mir durchaus bewusst, dass die Dresdner OB-Wahl 2008 sehr eng mit dem "Fall Waldschlösschen" verbunden ist und dass dadurch viele andere Themen etwas in den Hintergrund gerückt werden. Und genau dort möchte ich mit meiner Aufstellung ansetzen ... neue Wege zu gehen.

Daher auch Themen wie Transparenz, Dezentralisierung und Grundeinkommen ... und bei allgemeiner Verhärtung der Fronten in so vielen Streitfällen kann eine Portion Humor durchaus für eine gewisse Entspannung sorgen. Momentan sehe ich häufig überhitzte Debatten auf der einen und Teilnahmslosigkeit auf der anderen Seite. In dieser Beziehung möchte ich mich schon fast FÜR einen Klimawandel stark machen und zwar in der folgenden Form: „Von heißen Köpfen und kalten Herzen hin zu kühlen Köpfen und warmen Herzen."

 

Mein Wahlkampf, der finanziell in keinster Weise mit den Wahlkämpfen der "Big Five" (siehe auch unter "Kandidaten") vergleichbar ist, da ich weit weniger als 1 Promille der Gesamtsumme der fünf ParteikandidatInnen (zusammen rund 325.000 Euro) ausgeben werde, soll vor allen Dingen eines zeigen: Oberbürgermeisterwahlen sind nicht zwangsläufig Parteisache. Rein theoretisch kann jede/r mitmachen, der glaubt etwas sagen zu wollen. Alles weitere ist eine Frage der Öffentlichkeitsarbeit bzw. neudeutsch der "PR".

 

Wie auch immer die Wahlen am 8. Juni 2008 in Dresden ausgehen werden, wichtig ist, dass es Alternativen gibt und diese auch in Zukunft eine Chance haben werden. Was würde denn z.B. passieren, wenn sich im Jahr 2015 plötzlich 200 KandidatInnen zur Wahl stellen würden? Das wäre doch mal eine ganz andere Alternative, oder?

 

Bei der Aufweichung alter Denkstrukturen und weitestgehender Überlappungen vieler Parteien wird die Wahlentscheidung sowieso früher oder später zu einer Bauchentscheidung, die jede/r mit sich selbst im Augenblick des Ankreuzens in der Wahlbox zu treffen hat.

 

Insofern gilt die kurze "Formel":

Mich zu unterstützen wäre schön, mich zu wählen ist absolut kein Muss.

 


 

Erstellt am: 27.04.2008