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Praktikum als Ratenfänger von Berlin-Mitte? |
oder Warum Hameln auch in Berlin sein könnte
Michael Winkler, Dresden, 22.01.2009
Vielleicht lag es auch einfach daran, dass Henner Schmidt mal wieder aus dem "Männerstall" der Berliner FDP-Fraktion (Homepage) hervortreten bzw. mit anderen Worten sich abheben wollte? Hier versammeln sich - wie häufig im emanzipierten Deutschland - 13 Männer und eine Frau. Fast wie damals in der Hartz-Kommission, wo es 14 Männer und eine Frau gewesen sind (Wikipedia-Link). Und vielleicht saßen einige der FDP-Herren mal früh beim Kaffee zusammen oder abends beim einem Berliner Weißen mit Schuß und die uralten deutschen Probleme traten wieder auf den Tisch: Arbeitslosigkeit und Ratten. Tja, vielleicht war es so und wer sollte dem Herrn Schmidt, der - man vergebe es mir - eine Nase hat, die mich an irgendetwas erinnert ... nein, das führt jetzt in keine gute Richtung. Also, besser zurück zum Thema. Ich - als Hartz-IV-Empfänger - habe dem Herrn Schmidt längst verziehen, herzlich gelacht und darüber hinaus ihm ein paar konstruktive Vorschläge gemacht. Ihm persönlich, schriftlich und jetzt für alle Welt nachlesbar.
Als diplomierter Kartograph kenne ich mich ein bisschen mit Geoinformationssystemen, kurz GIS, aus (z.B. für ein Ratten-GIS einsetzbar) und als jemand, der sich für Indien interessiert, hat man vielleicht auch schon von den Vorschlägen einiger indischer Politiker gehört, Rattenfleisch auch als Restaurantspeise zu verwenden (alles weitere siehe Anschreiben an Herrn Schmidt). Warum nicht auch in Deutschland? Irgendwann heißt es vielleicht auch einmal "Von Indien lernen, heißt siegen lernen." ... auch das wissen wir natürlich nicht. Ich machte dem Herrn Schmidt also den Vorschlag ein einmonatiges Praktikum als Rattenfänger in Berlin-Mitte durchführen zu wollen, mit 500 Euro für Kost & Logis, Fahrtkosten und Arbeitsmittel. Bisher schweigt er. Warum, weiß ich nicht. Ich werde ihn Anfang Februar 2009 wohl nochmals anrufen ("müssen"). Schließlich wollte ich im Frühjahr die Paarungszeit der Ratten ausnutzen, um gleich mehrere Ratten auf einmal erlegen zu können. Günstigerweise, so schrieb ich Herrn Schmidt, könnte man auch sogenannte "Ratten-Gangbangs" abpassen, wo mehrere Ratten miteinander kopulieren. Ob sich das die Ratten von den Menschen abgeschaut haben oder anders herum, ist ebenfalls eine Sache, die wir nicht wissen. Ist auch für das Praktikum erst einmal unwichtig ... Dienst ist Dienst und Bier ist Bier. Jedenfalls halte ich die Idee des Herrn Schmidt oder wer auch immer Vater des Gedanken war, sog. Arbeitslose für die Rattenjagd in Berlin-Mitte zu engagieren, für einen genialen Geniestreich eines Berliner und zudem bundesdeutschen Politikers, der m.E. von den 3-9 Millionen ALG-Empfängern (je nachdem, welcher Statistik man nun trauen möchte) wohlwollend aufgenommen werden könnte. Herrn Schmidt als Chef? Ich stelle mir gerade
bei einer Tasse fair gehandelten kolumbianischen Kaffees so vor wie ich
dann an so manchem Frühlingsabend bei Herrn Schmidt vor der Tür stehe.
Vier Ratten in der linken Hand und vier in der rechten ... und wir
kochen uns was Leckeres. Denn der Herr Schmidt ist ein Gourmet, wie die
Internetseite der Stiftung Naturschutz Berlin verrät
... ich zitiere den letzten Absatz der Seite: Na, hervorragend, mein Chef kann nicht allzu lange ausruhen. Dann werde ich ihm bei einem lauen Frühlingslüftchen nach dem zweiten Glas (guten!) Rotweines so schätzungsweise gegen halb 9 abends mal zu einer Rattenjagd-Tour durch sein und mein Revier Berlin-Mitte einladen. Nach einem ausgiebigen Mahl aus Tomaten, Zucchini und Gurken (Ratatouille ???) kann ein kleiner Ausflug ganz nett sein, so mit Verdauungszigarre oder -zigarette usw. Und irgendwann, wenn wir wieder mal eine Ratte erlegt haben, frage ich ihn dann so nebenbei: "Sagen Sie mal, Herr Schmidt, stehen Ratten eigentlich unter Naturschutz?" Seine Antwort bleibt natürlich unter uns - versteht sich -, denn als Aufsichtsrat in der Stiftung Naturschutz Berlin empfiehlt sich jegliche Diskretion meinem Chef gegenüber. Also, ich weiß nicht, wie es meinem Chef in spe, Herrn Henner Schmidt, geht, doch ich freue mich auf das Praktikum. |
![]() Anschreiben an Herrn Schmidt mit Angebot eines Praktikums als Rattenfänger in Berlin-Mitte ![]() Probetext zum Thema "Wie laufen manche Dinge in einer Dresdner ARGE ab?" ![]() Und wie immer, Abraham Lincolns Ideenreichtum sei Dank, gab's die "Danke"-Briefmarke mit dazu. Damit Herr Schmidt keine Mehrkosten hat. Naja, bisher war's recht ruhig. Ich weiß auch nicht warum :)
"Wenn du von einem |
Erstellt am: 19.01.2009, ergänzt am 22.01.2009