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Frauen und Politik …

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oder Warum Carla Bruni mit Nicola Sarkozy verheiratet sein könnte?

 

Michael Winkler, Dresden, 22.06.2009
 

 

Frühjahr 2009, Superwahljahr in Deutschland. Mehrere Hunderte oder Tausende Frauen versuchen ihr Glück, in die einst von Männern geschaffene Politiksphäre zu gelangen, um etwas zu bewegen. Ob es ihnen gelingen wird, hängt nicht allein vom Wahlvolk ab, sondern in erster Linie von ihnen selbst.
 

Das wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (siehe unten links) wissen, die eine zweite Amtszeit anstrebt, wohl wissend, dass die Probleme aus den letzten vier Jahren in gewisser Weise gering zu denen sind, die Deutschland bis zum Jahr 2013 erwarten könnten. Wenn man die Lage genau betrachtet, steht die Welt vor einem Neubeginn und wie heißt es so schön „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Eigentlich Zeit für Tacheles; doch wie sage ich es meinem Kinde?
 



Benazir Bhutto (1953-2007)

 

Bildquelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Benazir_Bhutto

So gibt es zwei, drei Bonbons mehr pro Woche und gleichzeitig wird das Taschengeld – mit der Begründung die Familie müsse sparen – auf die Hälfte gekürzt. Mutter Merkel spart selbst an ihrem Leben nicht, sondern erhöht sich ihr eigenes Haushaltsgeld, genauso wie jenes ihrer Freunde – Geschäftsfreunde, versteht sich. Naja, einer Mutter glaubt man eben auch irgendwie eher als einem Vater. Vielleicht weil der Vater bisher als Familienoberhaupt galt und mit einer Frau an der Spitze alles anders werden würde. „Rückschrittliche“ Länder wie Indien oder Pakistan hatten schon eher eine Mutter als Chefin. Indira Gandhi (1917-1984) war von 1966 bis 1977 sowie von 1980 bis 1984 Premierministerin von Indien und Benazir Bhutto (1953–2007) hatte in Pakistan von 1988 bis 1990 sowie von 1993 bis 1996 selbigen Posten inne. Beide verabschiedeten sich aus der Männerwelt jedoch nicht mittels eines natürlichen Todes, sondern fielen aller Wahrscheinlichkeit nach den Kopfverwirrungen männergeprägter Lebenswelten zum Opfer. Dort wo Männer nicht weiter wissen, greifen sie zum letzten der ihnen bekannten Mittel: Krieg. Psychisch seit jeher unterlegen greifen sie zur Waffe und denken, dass damit die Welt wieder in Ordnung zu bringen wäre.



Indira Gandhi (1917-1984)

 

Bildquelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Indira_Gandhi


 



Fadela Amara (* 1964)

Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fadela_Amara

In Frankreich gehen einige Frauen den Weg über Seitenpfade, so z.B. Justizministerin Rachida Dati oder die Staatssekretärin für Urbanismus und Stadtentwicklung Fadela Amara, beide mit maghrebinischen Wurzeln. Doch auch sie werden offenbar gern als Vorzeigefrauen, -migrantinnen oder -politikerinnen eingespannt. Wenn sie ihren eigenen Kopf durchsetzen wollen, werden sie nicht selten erst innerhalb der immer noch männerdominierten Politikwelt, sondern vorher und nachher – quasi im Zusammenspiel – von der ebenso männerdominierten Presse in ein nicht selten fadenscheiniges Licht gesetzt. Weibliche Chef­redakteure gibt es in Frankreich wahrscheinlich genauso viele wie in Deutschland. Wenn man sich dann noch erlaubt, den Vater des Kindes nicht der Öffentlichkeit preiszugeben, wie Rachida Dati es im Jahr 2008 tat, dann vergessen einige Franzosen auch mal ganz schnell, dass bereits der vor rund 200 Jahren unter Napoleon Bonaparte in Kraft getretene Code Civil ein Nachforschen über die Vaterschaft nicht erlaubte. Auch wenn es vielleicht ursprünglich zum Schutze der Väter vor den Ansprüchen unverheirateter Mütter und deren Kindern gedacht gewesen sein mag, gestattet es ebenso der Frau, per Gesetz den Namen des Vaters ihres Kindes innerhalb ihrer Privatsphäre zu halten.

 

Rachida Dati (* 1965)

Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Rachida_Dati

Doch so weit entwickelt die Ideale der Französischen Revolution – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – auch sein mögen, die Wege der Frau durch die Hierarchien der parlamentarischen Demokratie scheinen mitunter endlos. Bleibt wohl nur ein Weg zur Veränderung: die wirklich harte Tour für den Mann.
 

Nehmen wir einmal an, dass Nicola Sarkozy, seit rund zwei Jahren der Ehemann von Model und Sängerin Carla Bruni (Bild unten rechts) auf die Idee kommen würde, die nuklearen Potenzspiele seines Vorgängers Jacques Chirac wieder ins Regierungsprogramm aufzunehmen. Was würde passieren, wenn sich Madame Bruni dann auf ihre Art und Weise kulturpolitisch äußern würde? Sie würde vielleicht nach außen hin die wirklich kühle Ehefrau mimen und nebenbei eine oder mehrere neue Platten mit gesellschaftspolitischen Songtexten aufnehmen.
 

Hmm, vielleicht auch nicht, denn Carla Bruni soll angeblich zu einer Freundin einmal gesagt haben: „Ich will einen Mann mit Nuklearkraft.“[1]

Wie sie das nun wirklich gemeint hat, weiß nur sie selbst und vielleicht war es ja auch nur eine Zeitungsente. Und selbst wenn es so wäre, war es vielleicht auch ein beabsichtigt-unbeabsichtigter „Trick“ (wer versteht Frauen schon so genau?), um ihren Mann einen Grund zu geben, sie auf andere Weise kreativ zu machen. Wir wissen, dass wir es nicht wissen. Doch ein nettes Pop-Album mit spritzig-witzigen Texten würde wahrscheinlich nicht nur alte und neue Bruni-Fans begeistern, sondern wäre vielleicht auch ein Vorbild für Millionen politisch aktiver Frauen weltweit, die sich ab und zu in dieser Männerwelt fragen „Warum tue ich mir das eigentlich alles an?“

 

 

Bilduntertitel zu interaktiven Selberwählen und -machen:

a.) Ist weniger manchmal mehr?

b.) Und manche Leute wissen immer noch nicht, warum die Franzosen eher auf die Straße demonstrieren gehen als die Deutschen?

c.) Manchmal sagen Bilder eben wirklich mehr als 1000 Worte

d.) … dein eigener Text


Quellen: [1] "I want a man with nuclear power.”, http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/europe/article3341792.ece


Erstellt am: 22.06.2009