|
Hallo liebes Mitglied der
Hartz-IV-Gemeinde und all jene, die es noch werden wollen …
„… alles Neue macht der Mai“, heißt es bekanntlich und so neu ist diese
Knüller-Rubrik mittlerweile schon nicht mehr, doch eine Einleitung des
Ganzen fehlte bisher. Dies sei hiermit nachgeholt.
Für ARGE-Unkundige sei kurz erläutert, dass jede/r sog. Arbeitslose eine
gewisse Anzahl von „Aktivitäten“ in Bezug auf die Arbeitssuche
nachweisen muss. Manche Fallmanager (FM) wählen „pro Woche“, andere „pro
Monat“ (Link). Ich hatte mich fast drei Jahre nur auf Stellen beworben, die
mich wirklich interessierten (rund 3-4 pro Jahr), da ich weder die 260
Euro im Jahr Bewerbungskostenerstattung wirklich brauchte und wohl
vielmehr, weil ich mich nicht „pro forma“ auf irgendeine Stelle bewerben
wollte. Da gibt es andere, die da besser passen. Doch irgendwann ziehen
die FMs die Daumenschrauben an und es droht eine Kürzung der Leistung um
30%. Also, begann ich mich als Journalist zu bewerben – bundesweit,
versteht sich. Festangestellte Redakteure werden sowieso meist nicht
gesucht, also wählte ich genau diese Stellenbeschreibung, bot jedoch
auch eine nebenberufliche Arbeit an, was schon ernster gemeint war.
Irgendwann wird jedoch auch dies etwas langweilig und meine FM hatte gar
nichts davon – irgendwie. Also begann ich mich auf neue Stellen zu
bewerben, die es bisher noch nicht so richtig gab: als Rattenfänger in
Berlin-Mitte (siehe Knüller 1/2009,
Link), als
PR-Experte bei der Jungen Union und der CDU, konkret bei JU-Chef Phillip
Missfelder (Knüller 3/2009,
Link), als
Stellvertreter des Stellvertretenden Chefredakteurs des Grevenbroicher
Tageblattes, Herrn Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling (Link).
Und über Ostern nun das … ein Freund hatte mir den Link zu den
Stellenausschreibungen im Dresdner Amtsblatt Nr. 12/2009 geschickt und
wer suchte da etwas? Ja, die ARGE persönlich, konkret der
Geschäftsbereich Soziales. Und was? Ja, richtig: einen Ermittler. Wir
könnten ihn oder sie auch etwas spitzfindig „Schnüffler“ nennen. Zu
meinen Aufgaben würden dann u.a. „Hausbesuche (Außendienst) und
Recherchen (Innendienst)“ gehören, eine bisschen Statistik noch und
„Weiterleitung der Erkenntnisse“. Wisst ihr, warum die
DDR-Staatssicherheit so unbeliebt war? Weil sie geheim gearbeitet hat :)
… Cleverer läuft’s doch, wenn alles ganz offen ist. Der Bürger darf
nicht das Gefühl bekommen, dass er überprüft wird, dann wird er
skeptisch oder gar misstrauisch. Machst du es offen, weil es eben so
sein muss, hast du gleich viel mehr Akzeptanz, weil du zu der Sache
stehst, die du da gerade tust. Eigentlich ganz einfach.
Und was lag bei meiner Hartz-IV- und ARGE-Erfahrung näher, als mich
selbst als Ermittler zu bewerben? Da könnte ich mich nun endlich mal
gegen Bezahlung selbst überprüfen (ach nein, geht ja nicht, bin ja dann
kein Arbeitsloser mehr) und auch meinen Freundeskreises. Hmm, ob ich da
die potentiellen Arbeitslosen gleich mit checke? Gerade in Krisenzeiten
sollte man seinen Marktanteil doch mal’n bisschen erweitern, oder?
Ganz gleich, was passieren wird. Wenn ihr ab demnächst diesen
freundlichen Mann nebenan in eurer Nähe seht, habt keine Angst. Seid
einfach freundlich und beantwortet alle Fragen ordnungsgemäß. Er sieht
nicht nur aus wie ein Staatsdiener, nein, er ist auch einer. Ich frage
euch dann nach euren Arbeitsverhältnissen, mit wem ihr euch die
Zahnbürste teilt, wieviel Geld ihr bei meinem Kombinat unordnungsgemäß
beantragt habt und natürlich auch mit wem ihr schlaft – das ist dann
einfach mein Job. So einfach ist das.
Und damit eines noch klar ist: Dienst ist Dienst und Bier ist Bier. Wenn
ihr mich Bier trinken seht, dann könnt ihr wieder die alten Geschichten
erzählen, so mit Ehrlichsein und so weiter, okay. Dann bin ich auf
beiden Ohren taub …
Achja, wer jetzt fragt, was das für ein Aufkleber ist, den ich da in der
rechten Hand halte, der sei davon informiert, dass ich beabsichtige, mich
demnächst auch als Checker/Überprüfer der vom Aids-Hilfe Dresden e.V.
und der Stadt Dresden (Gesundheitsamt) ins Leben gerufenen Initiative
„Pflege deinen Schwanz“ (www.pflege-deinen-schwanz.de)
zu bewerben. Dieses Foto wird als Bewerbungsfoto verwendet werden – ihr
versteht, ich muss Zeit sowie Geld sparen und Synergieeffekte nutzen.
Last but not least, wer beim Lesen der nachfolgenden Bewerbung denkt,
dass ich sowieso keine Chance hätte mit meiner Bewerbung, dem sei
gesagt: In Dresden ist alles möglich :)
In diesem Sinne – Check this out! … Michael Winkler. |

Auszug aus den
Stellenausschreibungen im
Dresdner Amtsblatt Nr. 12/2009
(bei Klick auf Graphik - Großansicht)
www.dresden.de/media/pdf/amtsblatt_2009/ausschreibung_stellen_woche12.pdf

Ich checke alles und jeden ...
des Tags, des Nachts und überhaupt: immer ...
Und wer sich einen ungefähren Überblick darüber machen möchte, wie so
eine Ermittlung ablaufen kann, der schaue etwas weiter unten bei den
Videos. |