| Homepage |
Optimismus -
Pessimismus - Realismus - Idealismus ... |
oder Wie ich von einem Friedensforscher lernte, was ich eigentlich will ...
Michael Winkler, Dresden, 06.05.2008
In den letzten Wochen erreichten mich öfters Zuschriften (in Form von e-Mails),
die mir "Optimismus" bei der Durchführung meines Vorhabens zusprachen. Ich
verstand zwar den Beweggrund für eine solche Wortwahl, doch bedarf es wohl einer
Art "Richtigstellung" ... Mir sind da die Worte des norwegischen und in der
deutschen Sprache sehr versierten Politologen sowie Friedens- und
Konfliktforschers
Johan
Galtung (*1930) in Erinnerung, welcher sich bei einer Veranstaltung zum
Israel-Palästina-Konflikt am 27.09.2006 in Berlin sinngemäß so äußerte: "Ich
sehe mich weder als Optimist noch Pessimist, sondern als Realist und Idealist."
| Wenn ich dies mal in eine
Graphik übertragen wöllte, sehe das wohl ungefähr so aus (siehe rechts).
Der Pessimist orientiert sich zu sehr an seiner Vergangenheit und an den
Dingen, die nicht funktionierten. Optimisten schauen zu sehr in die
Zukunft und blenden ihre Erfahrungen dabei aus. Der eine
sagt in etwa "Wird eh nichts", der andere "Wird alles gut." und beide
müssen daher ihren Ansichten nach nichts tun. So ungefähr drückte es wohl mal der Psychoanalytiker und Philosoph Erich Fromm (1900-1980) aus ... das genaue Zitat habe ich momentan nicht gefunden. Mit etwas anderen Worten könnte man auch sagen, dass beide durch die Ausblendung eines der beiden Aspekte Vergangenheit bzw. Zukunft nicht in der Gegenwart, also nicht im "Hier und Jetzt", leben.
Karl
Farkas (1893-1971, Schauspieler und Kabarettist) sah die
Unterschiede zwischen Optimisten und Pessimisten wie folgt:
Optimisten leiden, ohne zu klagen. Pessimisten klagen, ohne zu leiden.
|
|
Nehme ich dann mal die obigen Aussagen aller drei (Galtung, Fromm und Farkas) zusammen und vermische sie ein bisschen mit etwas eigenem Verständnis sowie den "fernöstlichen Weisheiten" des indischen Forschers und Philosophen Sri Aurobindo (1872-1950), der einst sinngemäß folgendes sagte: "Zunächst halte ich nichts für unmöglich. Und im selben Augenblick könnte ich alles hinterfragen.", dann haben wir nicht nur eine recht globale Mischung aus Lebenseinstellungen, sondern auch noch einen Ansatz, der die moderne empirische Wissenschaft (Erforschung & Hinterfragen der Dinge) mit den Geisteswissenschaften zu verbinden scheint.
Und irgendwie kommen wir dann
wieder beim OB-Wahlkampf 2008 in Dresden raus, wo es für mich heißt: Alles ist
möglich (240 Unterstützer-Unterschriften, 5% bei der Wahl, der OB-Posten etc.),
doch ich bin nicht so naiv zu glauben bzw. bin ich so realistisch, nicht zu
glauben, dass ich in einer Stadt wie Dresden als absoluter Politik-Nobody und
Anfangdreißiger jemals 50% der Stimmen erhalten könnte.
So weit zum philosophischen Touch der OB-Wahl ... der idealistischen Theorie folgt bekanntlich immer die realistische Praxis ... z.B. gestern.
In diesem Sinne, alles Gute und bis bald, Micha(el) Winkler.
Erstellt am: 06.05.2008